Leserbrief zum Artikel "Mindelheimer Bauernprotest größer als erwartet"

Ja, liebe Bauern, protestiert, aber denkt bitte auch nach, wem ihr eure desaströse Situation zu verdanken habt. Den "schwarzen Peter" dem Verbraucher, den Tier- und Naturschützer zuzuschieben, geht am Problem weit vorbei. Bayern wurde unter Strauß (CSU) vom Agrarland zum Wirtschaftsstandort. Seehofer (CSU) hat die Tierhaltung von der Fläche entkoppelt. Ihr wurdet dem Weltmarkt zum Fraß vorgeworfen und jedes Freihandelsabkommen musste geschlossen werden und geht es noch so auf eure Kosten.

Die Kosten für Lebensmittel werden bewusst niedrig gehalten. Ihr seid nur mehr "Durchlauferhitzer" für die Industrie, die euch noch für den Absatz von Maschinen, Dünger und Pestizide braucht. Hieß es früher noch "Wachsen oder Weichen", so sind wir heute bei "Wachsen und Weichen" angelangt. Ihr seid systemrelevant, aber es werden Banken und es wird die Automobil- und Kohleindustrie gerettet. Und was jetzt tun? Ich schlage vor, wir, Landwirt und Verbraucher, verbünden uns und jagen die Pharisäer der CDU/CSU/FW vom Acker, allen voran die, die behauptet eure Ministerin zu sein. Und ihr kündigt euren Verbandsvertretern. Egal ob auf Bundes- oder Landesebene. Einer von euch hat es auf den Punkt gebracht: "Ich mach alles, wenn ich Geld dafür bekomme." Also was liegt näher, als die Subventionen nicht mehr in der Hauptsache an Großgrundbesitzer auszuschütten, sondern Leistungen für das Gemeinwohl so zu honorieren, dass ihr von eurer Hände Arbeit leben könnt. Alles andere ist unanständig.

Gabriela Schimmer-Göresz, Weiler/Osterberg


Die ÖDP Memmingen-Unterallgäu verwendet Cookies, um diese Website Ihren Bedürfnissen anzupassen. Zu den Cookie-Nutzungsbestimmungen