Zur Hauptnavigation springenZum Hauptinhalt springen

Kontrovers diskutiert, transparent informiert, intuitiv reagiert - Schlagabtausch zwischen Alexander Abt und Stephan Stracke

Am Freitagabend, 17.09.2021, fand eine Podiumsdiskussion mit den Direktkandidaten für die Bundestagswahl im Wahlkreis 257 Ostallgäu statt. Die Kolpingsfamilie Buchloe hatte in das Kolpinghaus eingeladen. Auf dem Bild die 6 Teilnehmer, von links nach rechts: Kai Fackler (FDP), Daniel Pflügl (Grüne), Regina Leenders (SPD), Stephan Stracke, MdB (CSU), Susanne Ferschl (Linke) und Alexander Abt - ÖDP-Bezirksrat Schwaben (ÖDP). Vor dem Eingang des Kolpinghauses demonstrierte die AfD, weil sie von der Kolpingfamilie Buchloe nicht eingeladen worden war. Frau Mariana Braunmiller von den Freien Wählern ließ sich entschuldigen.

Foto: Helmut Scheel, ÖDP Ostallgäu/Kaufbeuren

Gleich im ersten Fragenkomplex ging es intensiv zur Sache, Thema Rente und Gesundheit. Mit den Fragen von den Zuschauern nahmen diese Themen bereits die Hälfte der veranschlagten Zeit in Anspruch. Besonders wurde die Kommerzialisierung des Gesundheitswesens kritisiert. Darunter würden alle leiden, außer die Investoren, welche dann die "interessanten" Klinikbereiche übernähmen und die anderen in Öffentlicher Hand beließen, welche dadurch immer weniger wirtschaftlich arbeiten könnten und letztlich dann geschlossen werden. Ferschl zeigte dies besonders an den Entbindungsstationen auf, welche immer mehr aus der Fläche verschwinden und die Schwangeren dann riesig lange Anfahrtswege zur Entbindung hätten. Auch Alexander Abt kritisierte diese Entmenschlichung des Gesundheitswesens.

Als es im zweiten Block zum Thema Umwelt ging, wurde Stracke klassisch ausgeknockt. Er stellte das Einhalten des Klimazieles letztes Jahr mit in den Vordergrund und wollte damit die gute Politik in Sachen Klima der Union unterstreichen. Dies ging aber nach hinten los. Ein Zuhörer konfrontierte ihn damit, dass das Klimaziel nur Corona-bedingt eingehalten wurde und dieses Jahr das Ziel des letzten Jahres deutlich gerissen werde, da der Ausstoß an Treibhausgasen in diesem Jahr so stark ist, wie seit den 90-iger Jahren nicht mehr. Die Aussage von Stracke wurde als politische Schauspielerei bezeichnet, ebenso wie die Veranstaltung seines Parteivorsitzenden mit dem Wasserstoffzug in Kaufbeuren. Auch dies sei von Söder eine reine Showveranstaltung gewesen, weil der Einsatz klimaneutraler Antriebstechniken erst bis zum Jahr 2040 terminiert sei. Danach ging es in der Diskussion heiß weiter, auch unter den Podiumsteilnehmern, wobei Alexander Abt dem MdB Stracke permanent bewusste Falschaussagen in Sachen Klimapolitik unterstellte. Dem schloss sich ein weiterer Zuhörer an, der selbst bei der Bahn lange tätig war und die Situation mit dem "Dieselloch" Allgäu kennt. Er hielt Stracke vor, dass seit ewigen Zeiten der Bundesverkehrsminister von der CSU gestellt wurde und er die Ausrede mit Ländersache nicht gelten ließe, da ja auch Bayern von der CSU regiert werde.

Nach über zwei Stunden unterhaltsamer und hochinteressanter politischer Diskussion, wurden alle Teilnehmer zu einem Schluss-Statement eingeladen. Alle Teilnehmer bekamen Applaus, nur Stracke nicht. Nicht einmal die anwesenden CSU-Mitglieder konnten ihrem Kandidaten Applaus spenden.

Zurück