Strahlenminimierung beim Mobilfunk

Der Ausbau des Mobilfunks schreitet zügig voran. Aus Wirtschaftskreisen und der Politik ist immer wieder zu hören: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Mobilfunkstrahlung  und Erkrankungen. Die aktuellen Grenzwerte schützen unsere Gesundheit.
Tatsache ist: Diese Grenzwerte haben nichts mit Gesundheitsschutz zu tun. Sie beziehen sich ausschließlich auf Gewebserwärmung (thermischer Effekt) bei 6 minütiger Bestrahlung mit einer einzigen ungepulsten Mikrowellenfrequenz. Die biologischen Wirkungen sind dabei völlig außer acht gelassen. Symptome wie Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Tinnitus, Konzentrationsschwierigkeiten, Depression und Reizbarkeit treten auf.

tabellarische Zusammenfassung von Studien

Die Strahlenschutzkommission möchte die Grenzwerte erst senken, wenn sich alle Wissenschaftler einig sind, dass ein Effekt besteht und dieser bedeutsam ist. So lange können weder die Bürger noch die Kommunen warten. Seit Februar 2003 strebt selbst die Weltgesundheitsorganisation-WHO entgegen ihrer bis dahin vertretenden Meinung das Vorsorgeprinzip an. Die EU-Umweltbehörde rät im September 2007 zu Vorsorge-maßnahmen. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt präventive Verhaltensmaß-nahmen ähnlich wie beim Zigarettenkonsum oder Röntgen auch bei der Nutzung von Mobilfunk zu propagieren.
In Deutschland gibt es derzeit 8 Mobilfunknetze, die ständig ergänzt und umgebaut werden. Der Anspruch der gleichzeitigen Verfügbarkeit aller Funkdienste an jedem Ort trägt nicht gerade zur Reduzierung der Anzahl von Standorten sowie der Immissionen bei.  Technisch möglich ist die Mitbenutzung eines Netzes, was aber nicht genutzt wird.
In Memmingen gibt es zur Zeit  22 Sendemaststandorte mit 179 Mobilfunk-Sendeanlagen, unter http://emf.bundesnetzagentur.de sind alle Standorte veröffentlicht.
Der Mobilfunkpakt Bayern räumt den Städten und Kommunen ein Mitspracherecht bei den Standorten ein. Unser Ziel für Memmingen ist, mit den Mobilfunkbetreibern in verantwortungsvoller Weise ein Konzept zu vereinbaren, dass die Handynutzung bei möglichst geringer Strahlenbelastung ermöglicht. Denkbar wäre, eine 3D Immissionsprognose (ähnlich dem Münchner-Vorsorgemodell 2003) von den Netzbetreibern zu verlangen, dann ist eine Netzplanung unter dem Aspekt der Strahlenminimierung wesentlich erleichtert.
Es liegt aber auch an jedem Einzelnen, durch sein Verhalten seine persönliche Belastung und die seiner Mitmenschen zu reduzieren.
Weitreichende Informationen unter www.kompetenzinitiative.de, www.diagnose-funk.ch, www.umweltinstitut.org.