Warum Memmingen sich beim Klimaschutz schwer tut!

Städte haben beim Klimaschutz eine Schlüsselfunktion. Sie nehmen nur 2 Prozent der Erdoberfläche ein, aber sie verbrauchen 80 Prozent der Ressourcen. Erst im zweiten Anlauf (der erste lag vor 1990) haben wir es vor wenigen Wochen geschafft, einen Klimaschutz-Antrag im Stadtrat durchzusetzen. Ob es daran liegt, dass der Oberbürgermeister Aufsichtsrat beim lokalen Stromversorger, den LEW, ist, wissen wir nicht. Fast alle Städte um uns herum (Augsburg, Biberach, Buchloe, Illertissen, Kempten, Leutkirch, Lindau, Ravensburg, Ulm und Vöhringen ...) sind längst Mitglied im Klimabündnis der europäischen Städte. Die gemeinsame Aufgabe besteht darin, Energie und Ressourcen zu sparen, um den Erhalt unseres Planeten zu sichern.
6 kleine Kraftwerke (betrieben von Memminger Bürgern) in der AWO, beweisen seit 3 Jahren, dass ökologisch erzeugter Strom auch ohne Subventionen billiger ist, als der unseres lokalen Gebietsversorgers. Eigentlich sollte dieses Modell auf weitere Liegenschaften in der Stadt übertragen werden. Seit Jahren scheitert dies aber am Widerstand des Oberbürgermeisters. Den anderen Parteien scheint dieses Thema nicht besonders wichtig zu sein. In der nächsten Stadtratsperiode wollen wir hier nochmals richtig angreifen. (siehe auch "Wirtschaft")
Mehrere Biogasanlagen auf dem Memminger Stadtgebiet erzeugen Wärme und Strom. Der Strom wird ins Netz eingespeist, die Wärme bleibt ungenutzt.  In der "perspektive memmingen" wurde bereits vor 4 Jahren der Beschluss gefasst, dass diese Wärme genutzt werden soll. Trotzdem wurden von der Verwaltung keine Vorschläge zur Wärmeanbindung der Anlagen erarbeitet. Hier muss sich etwas ändern. Der Energieinhalt von über 1 Million Litern Öl wird zur Zeit einfach in die Atmosphäre geblasen.
Klimaschutz bedeutet aber auch die Verwendung umweltfreundlicher Verkehrsmittel, z.B. des Fahrrads und des ÖPNV. Hier muss in Memmingen dringend eine Süd-Nord-Achse geschaffen werden, damit man sicher und bequem vom Kempter zum Ulmer Tor gelangen kann. Dann wird unsere Innenstadt für Radfahrer attraktiver und mehr Menschen werden vom Auto auf das Fahrrad umsteigen. Der ÖPVN muss ausgeweitet werden. Tägliche (auch sonntags) und stündliche Anbindung der Ortsteile an die Kernstadt, ist unter Klimaschutzaspekten ein Muss.
Dafür werden wir uns einsetzen.