Memminger ÖDP stellt sich hinter Bürgerbegehren zum Bahnhofsareal

„Das Bahnhofsareal hat eine bessere Lösung verdient“, ist die einhellige Meinung der Ökodemokraten. Die ÖDP-Fraktion hatte die vorgestellten Entwürfe bereits im Stadtrat abgelehnt. Zwar könne man nicht alle Argumente der Initiatoren des Bürgerbegehrens nachvollziehen, doch teile man deren Meinung, dass eine Neuplanung unter Einbeziehung der Bürger notwendig ist.

Die Planungen für den Süden hätten Charme und auch die geplante Hotelnutzung sei sinnvoll. Der riesige weglose Mittel- und Nordteil sei der Stadtentwicklung jedoch nicht zuträglich. Gegen das Projekt spräche auch die zu geringe Wohnnutzung und die Überbetonung des Handels. Angesichts der Leerstände und des zunehmenden Internethandels sei es der Altstadt nicht zuträglich, die Altstadt-Handelsfläche um 10% zu erhöhen. Zudem bedinge die große Handelsfläche eine LKW- Zufahrt und Abstellmöglichkeiten für Sattelschlepper am Rande des Areals genau gegenüber der Kunsthalle. Die veröffentlichten Computer-Animationen wurden von hinzugezogenen Architekten als geschönt bezeichnet. Ein genaues Studium der Pläne zeige, wie unattraktiv die Ansicht von der Bahnhofstraße aus sei. Der geplante Einkaufsmarkt verschließe ankommenden Gästen des Bahnhofs die Altstadt. Der Investor Ten Brinke habe zudem in Kaufbeuren vor kurzem ein innenstadtnahes Einkaufscenter bereits vor der Eröffnung an einen australischen Immobilienfonds verkauft. Fonds hätten wenig Interesse an der Innenstadtentwicklung, so Buchberger. Auch das städtebaulich problematische Maxi-Center gehöre einem Immobilienfonds. Gerade vor diesem Hintergrund sei die Vergabe des Gesamtareals an mehr als einen Investor wünschenswert. Zudem hätte die Stadt während der Entwicklung des Areals den beiden Einzelhändlern Rewe und Denn eine Ansiedlung in unmittelbarer Nachbarschaft genehmigt, was sich nun als problematisch für den geplanten Vollsortimenter im Bahnhofsareal darstelle.

Wir wünschen uns zu den architektonischen Verbesserungen unbedingt eine Bedarfsplanung und einen städtebaulichen Wettbewerb. Hier wissen wir inzwischen aus dem ISEK-Prozess, wie man die guten Ideen der Bürger mit einbindet. Memmingen wäre gut beraten, das Areal nochmals zu überplanen. Dass dies bei straffer Abwicklung innerhalb kurzer Zeit möglich sei, zeige die Bebauung des Schrannenplatzes. "Wir wollen einer besseren Lösung eine Chance geben und unterstützen daher das Bürgerbegehren", so Buchberger, der Fraktionsvorsitzende der ÖDP.


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