Keine Blühstreifen mehr auf freiwilliger Basis

ÖDP reagiert auf die Verlautbarung des Unterallgäuer Bauernverbandes

Die ÖDP im Unterallgäu reagiert empfindlich auf die Äußerung des Vize-Kreisobmanns des Unterallgäuer Bauernverbands, Joachim Nuscheler, der beim Thema "Echtheit, Offenheit und Ehrlichkeit" einfordert. Da mag er sich, so die Kreisvorsitzende Gabriela Schimmer-Göresz, an die eigene Nase fassen. Bevor er der Bevölkerung Ahnungslosigkeit beim Volksbegehren unterstellt, sollte er zur Kenntnis nehmen, dass in die Entwicklung des Gesetzestextes des Volksbegehrens auch Fachberater mit landwirtschaftlichem Hintergrund eingebunden waren. Mit der Ankündigung, keine Blühstreifen mehr auf freiwilliger Basis errichten zu wollen, stelle er anschaulich unter Beweis, dass freiwillige Maßnahmen den Artenschutz nicht voranbringen, sondern endlich gesetzlich verpflichtende Regeln in Kraft treten müssen, wie von 1,75 Millionen Wählerinnen und Wähler in Bayern gefordert.

Außerdem, so Schimmer-Göresz, stelle sich der Unterallgäuer Bauernverband mit seiner Ankündigung gegen den eigenen Verband. Wörtlich ist der Web-Site des Bayerischen Bauernverbandes zu entnehmen: "Der Bayerische Bauernverband ruft seine Mitglieder auf, im Jahr 2019 möglichst viele Blühstreifen und Blühflächen anzulegen. Mit der Aktion "Bayern blüht auf" können die bayerischen Bäuerinnen und Bauern Lebensraum für Bienen, Insekten und Wildtiere schaffen. Machen auch Sie mit!"

Während die Konsequenz des Unterallgäuer Bauernverbandes allein einer Trotzreaktion auf das erfolgreiche Volksbegehren geschuldet ist, sei der Nutzen von Blühstreifen in der Tat zu hinterfragen, so die ÖDP-Kreisvorsitzende. "Das Bundesamt für Naturschutz hat im Agrarreport 2017 ganz klar festgestellt, dass von den Blühstreifen kein Nutzen für den Erhalt der bedrohten Insektenarten ausgeht. Viele Forschende nehmen sogar an, dass die Blühstreifen an den intensiv bewirtschafteten Kulturen eher Todesstreifen für bedrohte Arten sind", so Schimmer-Göresz. Unter diesem Aspekt sind die Forderungen des Volksbegehrens nach Schaffung eines Biotopverbundes auf 10 Prozent des Offenlandes der Landesfläche sowie Zielvorgabe, den Öko-Landbau bis 2030 auf 30 Prozent und anderes mehr der richtig Weg zu mehr Artenschutz und Vielfalt. Dass nicht nur die Landwirtschaft, sondern alle Bereiche dazu ihren Beitrag leisten müssen, ist unbestritten. Hier sind allerdings die Bundesregierung sowie die europäische Agrarpolitik in der Pflicht.


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