Antwort auf Leserbrief einer Ortsbäuerin vom 27.02.2019 in der MZ (wird von der MZ nicht veröffentlicht)

Eigentlich schade, dass Sie in dem Impuls, der von unserem Volksbegehren ausgeht, keinen Anlass zum Sinneswandel finden. Für Sie ist dies alles nur Bauernbashing, Anstöße für Umstrukturierungen, die einer konstruktiven gemeinsamen Zielfindung dienen, sind für Sie einfach nicht vorhanden. Sie stellen sich nur bockig, einleuchtenden Argumentationen sind Sie sowie Ihre gleichfalls im BBV organisierten Kollegen in keinster Weise zugänglich. Dabei geht es nur darum, die Politik auf längst fällige Änderungen in Subventions- und Landschaftsschutz-Regelungen hinzuweisen. Die Großen sollen nicht länger höchste Förderungen erhalten, auch die Kleinen sollen eine Möglichkeit zur Weiterentwicklung finden. Und dies muss eben in einem Gesetzestext zur Vorlage irgendwie und sogar ziemlich eingeschränkt formulierbar verankert werden.

Sie können meinen Garten gerne besichtigen: Von Mai bis Oktober sind hier Tummelflächen für jede Art von Insekten vorhanden. Es beginnt mit der Obstbaumblüte im Frühjahr, zieht sich mit Rosenblüte, Sommer-/Herbstasternblüte durch bis Ende November, wenn immer noch Herbstastern, Fetthenne und Amaryllis dort blühen. Der zahlreiche Schmetterlingsbesatz ab September dort ist eine wahre Pracht. Beerensträucher mit Blüh- und Tragephase gibt es dort ebenfalls. Es sind auch gesonderte Blühstreifen mit expliziter Bienenwiesen-Bepflanzung vorhanden. Rings um den Garten befindet sich gesunder Baumbestand samt Hecken, der Vögeln und anderem Getier eine wunderbare Rückzugszone aus der von Ihnen und Ihrem Gefolge zerstörten Wiesenlandschaft bietet. Der Rasen wird nur sporadisch gemäht, es sind dort Rot-/Weißklee, Löwenzahn, Wiesensalbei und vieles mehr zu finden. Blumen und Kräuter, die von intensiver Landwirtschaft bereits totgespritzt und mit Gülle verätzt wurden. Und ich kann ehrlich Ihre Reaktion verstehen, wenn ich daran denke, dass Sie sogar nicht weit von uns Flächen betreiben, die vom vormaligen Besitzer noch als Weideland genutzt wurden und von Ihnen zur Monokultur Maiswüste verödet wurden. Und das nur, weil dem monetären Gewinn ja nochmal Wachstum bereitet werden soll. Dem von Ihnen erbrachten Vorschlag mit der Pacht von einem Hektar Blühland kann ich leider nicht entsprechen, da sämtliche Flächen in näherer Umgebung bereits durch Monokultur Mais und Gras ohne Blühkulturen belegt sind. Und Ihr Berufsstand, der sowieso unter Flächenmangel leidet, bestimmt keinen Meter abgibt. Eine weit entfernte Fläche, die ich nicht kontrollieren kann, werde ich dazu nicht nutzen. Es reicht schon, wenn Landwirte mit ihren schweren Maschinen kilometerweit durch den Landkreis fahren um ihr Land zu bestellen und dabei übermäßige Schadstoffkonzentration in Form von Dieselabgasen erzeugen. So wird ein sinnvoller Luft-, Boden- und Gewässerschutz leider nie möglich werden.

Lucia Fischer

ÖDP-Bezirksvorsitzende Schwaben


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